DER BAUD

@ Noroomgallery "Kunst&Verbrechen" 21.Dez. 2017 (eurythmisches Realityreenactment)

Im Frühjahr 2014 wurde Herr Baud durch strafbares Verhalten (Schwarzfahren, Flucht und Widerstand) zum Adressaten einer Strafanzeige. In der Akte “Baud” wird ausführlich der Tathergang durch Videostills, sowohl von der Bahnsteigkamera, als auch der Kamera eines S-Bahnwagen wiedergegeben, auf denen man deutlich sehen kann, wie sechs Wachmänner den Beschuldigten behandeln. Wir danken dem Sicherheitsdienst für die vertrauensvollle Bereitstellung der lückenlosen Dokumentation.

Die Texte unter den Videostills unterstreichen, daß es sich hierbei keineswegs um einen Menschen handelt, der eine mutmaßliche Straftat begeht, es handelt sich im Beamtendeutsch lediglich um den BAUD. „Der Baud flüchtet“ oder „der Baud wird auf den Bahnsteig verbracht“ etc.

Neutral vorgetragen werden die Texte von der Schauspielerin/ Performerin iris Minich, die 11 Seiten mit je zwei Bildern nach der Verlesung an die trennende Scheibe klebt, damit das Publikum das Originalmaterial begutachten kann. Dazu tanzt Arvild Baud Eurythmie  als Akt der Transformation der realen Vorgänge in künstlerischen Ausdruck.Und auch zur Heilung der erlittenen Verletzungen.

Die Strafanzeige wurde wegen unangemessenen angewandter Gewalt des Wachpersonals 2014 eingestellt.

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